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Privatärztliche Abrechnung – PVS Südwest
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Aktuelle Berufspolitik

Als ärztliche Gemeinschaftseinrichtung und Verein von Ärzten für Ärzte werfen wir einen kritischen Blick auf die Entwicklungen im Gesundheitswesen. Hier finden Sie wichtige Hintergrundinformationen, pointierte Meinungen und Aufklärungs- bzw. Argumentationshilfen zu den aktuellen privatärztlich-berufspolitischen Themen.

Bürgerversicherung

Die Privatärztlichen VerrechnungsStellen sprechen sich deutlich für das Zwei-Säulen-Modell aus Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung aus. 
(zuletzt aktualisiert: 22.05.2017)

19.05.2017 · Studie: Experiment Bürgerversicherung – Bedrohung der medizinischen Infrastruktur

Titel PVS-Studie 2017 "Experiment Bürgerversicherung"

Was steht für die ambulant tätigen Ärzte und ihre Patienten auf dem Spiel?

Mit einem jährlichen Einnahmeverlust von im Schnitt 49.000 Euro jährlich muss jeder niedergelassene Arzt rechnen, wenn eine Bürgerversicherung eingeführt würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des PVS-Verbandes, die Sie direkt von uns beziehen können.

Die Studie nimmt die in allen Modellen einer Bürgerversicherung vorausgesetzte einheitliche Honorarordnung auf EBM-Basis beim Wort und berechnet die Konsequenzen für die Arzthonorare im ambulanten Bereich. Grundlage bildet dabei die wissenschaftliche Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes, des Wissenschaftlichen Instituts der PKV und der ärztlichen Standesorganisationen.

Danach brechen den ambulant niedergelassenen Ärzten Honorare in Höhe von rund 6 Milliarden Euro im Jahr weg, pro Arzt sind das rund 49.000 Euro, falls die Bürgerversicherung an die Stelle des dualen Systems aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung tritt. Besonders hart treffen würde es die Fachärzte. Bei den HNO-Ärzten machen die Umsätze aus privatärztlicher Tätigkeit gut ein Drittel der Gesamteinnahmen aus. Ihnen droht ein jährlicher Verlust von etwa 77.000 Euro. Bei den Orthopäden geht es um 139.000 Euro, bei den Kinderärzten um knapp 31.000 Euro pro Jahr.

Die Studie erläutert systematisch das Zustandekommen dieser Zahlen und detailliert sie auf insgesamt 40 Seiten zu einem umfassenden Gesamtbild. Nicht zuletzt gehört dazu auch eine Auseinandersetzung mit den Einwänden, die von Seiten der Befürworter einer Bürgerversicherung hier vorgebracht werden.

Gerne stellen wir Ihnen die Studie kostenfrei zur Verfügung. Bitte wählen Sie:

26.06.2013 · Broschüre: Auswirkungen der Bürgerversicherung

Der PVS Verbands informiert

Häufig wird von Ärzten die Frage gestellt, was sich durch die Einführung einer Bürgerversicherung ändern würde. Die Antwort lautet schlicht: Alles!

Bürgerversicherung bedeutet im Kern, dass die Private Krankenversicherung kurz-, mittel- bzw. langfristig aufgelöst wird – verbunden mit strengen staatlichen Regulierungen der Gesundheitsversorgung.

Eine Zusammenstellung der wesentlichen Konsequenzen aus der Einführung einer Bürgerversicherung bieten wir Ihnen hier zum Download an:

10.06.2013 · Meinung: Vorsicht Bürgerversicherung! Gut ist nur der Name.

Die Position des PKV-Verbandes

Unter dem Motto "Vorsicht Bürgerversicherung!" bezieht der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) klare Position gegen die Einführung einer Einheitskrankenversicherung. In einer zusammenfassenden Argumentation äußert sich der PKV-Verband wie folgt:

"Gegen die Einführung einer Bürgerversicherung gibt es gute Gründe. Denn die Bürgerversicherung schadet als Einheitssystem der medizinisch erstklassigen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger. In mehrfacher Hinsicht würde die Bürgerversicherung die Mittelschicht besonders hart treffen: Neben der drohenden Absenkung von Gesundheitsleistungen sehen die Bürgerversicherungskonzepte zusätzliche Belastungen für jene Beitragszahler vor, die bereits heute die Hauptlast der Sozial- und Steuerabgaben tragen. Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, drohende Mieterhöhungen sowie Sozialabgaben auf Sparzinsen und Kapitalerträge von Rentnern und Kleinsparer sprechen eine deutliche Sprache."

Die Positionspapiere mit der ausführlichen Argumentation des PKV-Verbandes bieten wir Ihnen hier zum Download an:

22.03.2013 · Meinung: Bürgerversicherung – Regulierungswut ohne Grenzen

Bürgerversicherung und ambulante Versorgung

von Dr. Thomas Drabinski, Institut für Mikrodaten-Analyse (IfMDA), Kiel

Häufig wird von niedergelassenen Ärzten die Frage gestellt, was sich durch die Einführung einer Bürgerversicherung ändern wird. Bürgerversicherung bedeutet im Kern, dass die PKV (kurz-, mittel- bzw. langfristig) aufgelöst wird. Verbunden ist dieser Prozess mit strengen staatlichen Regulierungen der Gesundheitsversorgung (z.B. Umsetzung vorgegebener staatlicher Qualitätsstandards, umfassende elektrische Dokumentation).

Weitere Vereinheitlichungen treffen vor allem die Finanzierung des Versicherungsschutzes von GKV und PKV, wo die Finanzierungs- und Geldverteilungssysteme gleichgeschaltet werden (Gesundheitsfonds, Morbi-RSA).

Die Betonung der Bürgerversicherung liegt immer auf dem Begriff „einheitlich“. Einheitlich bedeutet eine Einheit: Auf der Finanzierungsseite ist damit die sogenannte Einheitskasse gemeint, auf der Versorgungsseite die Einheits- oder Staatsmedizin, bei der die Gesundheitspolitik Mengen, Preise, Infrastruktur und Prozesse definiert und kontrolliert.

Gesundheitsfonds und BVA-Versichertenklassifikationsmodell (Morbi-RSA) führen in der Bürgerversicherung letztendlich in die Einheitskasse, wodurch das gesellschaftliche Ziel verfehlt wird, eine langfristig nachhaltige Finanzierungsbasis zu schaffen. Denn die Finanzierung bleibt dann weiter konjunkturanfällig, da die Bürgerversicherung nicht im Lebenszyklus von Versicherten und Patienten gedacht ist, sondern auf eine Erhöhung der Einkommensumverteilung und auf eine Ausweitung der Steuersubventionen setzt. Nachwachsende, junge Generationen sind die Leidtragenden.

Versorgungsseitig sieht die Bürgerversicherung vor, alle Bürger und Patienten durch Anwendung paternalistischer Gleichheitspostulate und -prinzipen weiter unmündig zu halten. Preissignale finden sich nicht: Das Gesundheitssystem bleibt für Patienten und Versicherte intransparent. Vor allem wird eine Äquivalenz zwischen Leistungen, Kosten und Finanzierung weiter unterdrückt. Eine noch stärker zentralisierte politische Planung der ambulanten Versorgung zerstört zudem die heutige ambulante Versorgungsstruktur und überführt niedergelassene Ärzte in ein staatlich administriertes Managed Care-System, das kostenträgerseitig gesteuert wird.

Im Ergebnis ist eine Bürgerversicherung nicht mehr und nicht weniger als ein neues Einkommensumverteilungsprogramm, das den Faktor Arbeit unnötig verteuert, sich zum Nachteil der jungen Generationen auswirkt und nur eine Antwort auf den Rationierungs- und Priorisierungsdruck im Gesundheitssystem gibt: Medizinische Versorgung muss immer stärker zu sinkenden Preisen angeboten werden oder immer mehr Patienten müssen zur selben Honorierung behandelt werden. Insgesamt ist eine Bürgerversicherung wohlstandssenkend und ruft mit Einheitskasse und Staatsmedizin einen strikten Verdrängungsprozess in der freiberuflichen, niedergelassenen ärztlichen Tätigkeit hervor.

GOÄ-Novellierung

Als anerkannte GOÄ-Kompetenz ist die PVS selbstverständlich in die laufenden Gespräche zur "Neuen GOÄ" direkt mit einbezogen. Wir informieren zum Stand der Dinge – insbesondere aus Sicht der privatärztlichen Abrechnung. 
(zuletzt aktualisiert: 24.03.2016)

24.03.2016 · Info: GOÄ-Novelle – wohin geht die Reise?

PVS begleitet Novellierung auch in Zukunft 

Der erste Anlauf der GOÄ-Novelle ist gescheitert. Unmittelbar vor dem Termin der geplanten Übergabe an das Bundesgesundheitsministerium hat das Präsidium der Bundesärztekammer den Entwurf für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) am 17. März einstimmig abgelehnt. Vorgesehen war, noch vor Ostern den Entwurf dem Bundesministerium für Gesundheit zuzuleiten, damit die neue Gebührenordnung am 1. Oktober 2016 in Kraft treten könnte.

In der kurzfristig anberaumten Präsidiumssitzung wurde dann aber deutlich, dass insbesondere in Bezug auf das Leistungsverzeichnis weiterer Diskussionsbedarf besteht. Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und des Marburger Bundes, erläuterte das Vorgehen, indem er darauf verwies, dass alle Präsidiumsmitglieder in den ihnen anvertrauten Kapiteln Nachbesserungsbedarf in der Vergütung gesehen haben. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Beteiligten positionieren werden. Nur eines scheint jetzt sicher: Das Bundesgesundheitsministerium wird keinem Entwurf Leben einhauchen, der nicht wirklich zwischen Ärzte- und Kostenträgerseite konsentiert ist.

Insofern stimmt es hoffnungsfroh, dass der PKV Verband bereits seine Bereitschaft bekundet hat, in neue Verhandlungen einzutreten. Auch die Bundesärztekammer, so der Präsident Prof. Dr. Montgomery, sieht das Projekt, die GOÄ zu novellieren, nicht vollends als gescheitert an. Aus seiner Sicht stünden jetzt ganz normale "Tarifverhandlungen" an, in denen versucht werde, gegenüber dem bisherigen Vergütungsvorschlag weitere Verbesserungen bei den Leistungen und Preisen zu erreichen. Montgomery rechnet dabei offensichtlich mit einer längeren Verhandlungsdauer, "weil eine Verabschiedung in dieser Legislaturperiode ohnehin immer unwahrscheinlicher wird."

In letzter Minute ist es der Bundesärztekammer damit gelungen, einen Gebührenordnungsentwurf abzuwehren, der offensichtlich schwere handwerkliche Mängel aufwies. Für die neuen Verhandlungen hat die Kammer nun Transparenz und mehr Einbindung der Fachgesellschaften und Berufsverbände in die mit der Novellierung noch notwendigen Aufgaben zugesagt. Damit ist aus Sicht der PVS die entscheidende Voraussetzung geschaffen, dass letztlich eine für beide Seiten – Leistungserbringer und Kostenträger - zukunftsorientierte Gebührenordnung entstehen kann. Die PVS wird diesen Prozess auch in Zukunft eng begleiten und im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines Auftrages unterstützen.

16.03.2016 · Meinung: GOÄ-Novelle – sofort oder doch eher später?

Der Versuch einer Risikoabwägung

von Peter Gabriel, PVS Südwest

Im Hin und Her rund um die GOÄ-Novellierung spitzt sich die Diskussion inzwischen auf eine taktische Frage zu: Augen zu und jetzt durch? Oder sich nicht dem Zeitdruck beugen und erst einmal die Hausaufgaben fertig machen?

Das größte Problem, um auf diese Frage eine Antwort zu finden, liegt auf der Hand: Was ist eigentlich drin in der Wundertüte „GOÄ-Novellierung“? Alle, die davon auch nur ansatzweise eine Ahnung haben, dürfen bisher nichts sagen. Erst wenn das Werk komplett ausgehandelt ist, kommt es als Ganzes auf den Tisch. Und dann ist es auch schon entschieden: Die Möglichkeit, noch abzulehnen, ist gar nicht erst vorgesehen.

Man kann eigentlich nur den Kopf schütteln über das Misstrauen, das in einer solchen Handstreichstrategie gegenüber der Vernunft des ärztlichen Berufsstands steckt. Die Ärzteschaft ist doch nicht unfähig zu klaren und, wenn's sein muss, schnellen Mehrheitspositionen, nur weil sie eine lebendige Diskussionskultur hat!

Die an den Verhandlungen Beteiligten sollten deshalb verstehen, dass der Verdacht, die Wundertüte sei vergif- tet, umso größer wird, je länger auf den Ergebnissen der Deckel gehalten wird. Und dass die Zahl der Stimmen zunimmt, die eher gar keine Novellierung wollen, als die Katze im Sack zu kaufen.

Dazu kommt, dass die Katze im Sack ja nicht einfach aus zwei bis drei schnell zusammenrechenbaren Zahlen besteht. Bei der Ermittlung der Summe unterm Strich liegt die PKV aber klar im Vorteil, solange man nur im internsten Kreis rechnen und sich keine Zeit für eine gründliche Analyse nehmen darf. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Damit sind wir aber auch schon bei der anderen Seite der Medaille. Denn so sehr Transparenz und gründliche Analyse als alternativlos erscheinen, so alternativlos scheint bisher der Zieltermin zu sein. Was im Herbst 2016 nicht fertig ist, wird nie fertig, lautete zumindest bis vor kurzem der meistgebrauchte Wink mit dem Zaunpfahl.

Lassen Sie uns an dieser Stelle vielleicht doch noch einmal kurz innehalten. Ist es wirklich so sicher, dass das BMG nach der Bundestagswahl kein Interesse an einer GOÄ-Novellierung mehr hat? Werden sich PKV und Länder vom Verhandlungstisch zurückziehen, nur weil die Ärzteschaft die Summe unterm Strich jetzt auch genau kennt? Meine Position dazu: Wenn der heimliche Durchmarsch so weiter geht wie bisher, wird es im Herbst keine Ärzteschaft mehr geben, die der vorgelegten Novelle eine Zukunft gibt.

25.01.2016 · Info: Ärztetag stärkt GOÄ-Reformkurs der BÄK

GOÄ-Reform: Ärztetag stärkt BÄK-Kurs

Die Delegierten des außerordentlichen Ärztetages vom 23.01.2016 in Berlin haben den Vorstand der Bundesärztekammer beauftragt, die Verhandlungen zur GOÄ-Reform auf Grundlage des Kompromissvorschlags von BÄK, PKV sowie Beihilfe fortzusetzen. Zugleich wird die Bundesregierung aufgefordert, die GOÄ-Novelle noch innerhalb dieser Legislaturperiode in Kraft zu setzen.

Auf dem mit großer Spannung erwarteten außerordentlichen Ärztetag stellte zunächst BÄK-Präsident, Herr Prof. Montgomery, den Werdegang der Verhandlungen mit dem PKV-Verband zur GOÄ-Novellierung aufgrund entsprechender Beschlüsse verschiedener Ärztetage dar. Anschließend fassten Herr Dr. Rochell und Dr. Windhorst, die beiden Verhandlungsführer auf Seiten der Ärzteschaft, die Hauptinhalte der geplanten Novelle vor allem im Paragraphenteil zusammen.

In der Folge entspann sich eine sehr kontroverse Diskussion zu einzelnen Passagen, in der vor allem die Befürchtung zum Ausdruck kam, dass sich die GOÄ zu einem Steuerungs- und Planungsinstrument, verbunden mit einem bisher nie dagewesenen Einfluss der Privatversicherungswirtschaft, entwickele. Letztlich, so die Kritiker, werde die ärztliche Berufsfreiheit weiter eingeschränkt und Kompetenzen der ärztlichen Selbstverwaltung würden vom Gesundheitsministerium und dem PKV-Verband übernommen. Die gewählten Delegierten beauftragten schließlich den Vorstand, die Verhandlungen zur GOÄ-Novelle fortzuführen. Den entsprechenden Beschluss hat die Bundesärztekammer hier dokumentiert: Pressemitteilung der Bundesärztekammer

Immer am Ball mit der PVS

Die PVS Südwest wird sich auf jeden Fall frühestmöglich auf eine neue GOÄ einstellen und Ihnen jegliche Hilfestellung an die Hand geben, um die Umstellung der Abrechnung ohne Zeitverzögerung und inhaltlich richtig zu realisieren. Vertrauen Sie unserer Fachkompetenz.

11.01.2016 · Info: Podiumsveranstaltung zum Stand der GOÄ-Reform

Podiumsveranstaltung zum Stand der GOÄ-Reform

Wie steht es um die angestrebte Reform der GOÄ? Auf einer von der PVS Südwest unterstützten Podiumsveranstaltung am 16. Januar in Frankfurt informieren namhafte Vertreter der Bundesärztekammer und des PKV-Verbandes über den Stand der Dinge.

Sollte die GOÄ-Novellierung noch in der aktuellen Legislaturperiode realisiert werden, müssten alle dazu notwendigen Schritte und Beschlüsse zeitnah vorangetrieben werden. Allerdings sind bislang erst wenige Details zu der konkreten Neufassung bekannt geworden. Sicher scheint nur: Es wird nicht allein zu der längst überfälligen Anpassung der Gebühren kommen; wesentliche Eckpunkte wie Steigerungssätze und der Aufbau der Bepreisung werden ebenfalls spürbaren Veränderungen unterzogen.

Mehr substantielle Erkenntnisse zur GOÄ-Novellierung soll jetzt die Frankfurter Veranstaltung am 16. Januar bringen. Hier werden unmittelbar an den Reformverhandlungen Beteiligte – von Seiten der Bundesärztekammer der GOÄ-Beauftragte, Herr Dr. Rochell, und der Vorsitzende des GOÄ-Gebührenausschusses, Herr Dr. Windhorst, sowie von Seiten der PKV die GOÄ-Beauftragten, Frau Dr. König und Herr Dr. Reuther, – eingeladenen Delegierten aus der Ärzteschaft Rede und Antwort stehen.

Als ärztliche Gemeinschaftseinrichtung hat sich die PVS zum Ziel gesetzt, Ihren Mitglieder möglichst rasch und umfassend einen Überblick über die anstehenden Veränderungen möglich zu machen. Über die mit Spannung erwarteten Erkenntnisse aus dieser Zusammenkunft werden wir deshalb an dieser Stelle ausführlich berichten.

Wenn Sie direkt informiert werden wollen, bestellen Sie bitte unseren Newsletter.

09.05.2015 · Meinung: GOÄ-Novellierung – Allmählich wird es spannend!

GOÄ-Novellierung: Allmählich wird es spannend!

von Peter Gabriel, Geschäftsführer PVS Südwest

Nach jahrelangem Hin und Her legen sowohl die Kosten- und Leistungsträger als auch der Gesetzgeber inzwischen eine gewisse Entschlossenheit an den Tag, sich über eine neue Honorarordnung für privatärztliche Tätigkeiten zu verständigen. Und alle Beteiligten machen Tempo: Die „Neue GOÄ“ soll möglichst bereits ab Mitte 2016 in Kraft treten.

Tatsächlich geben die aktuellen Entwicklungen Anlass, dieses Zeitfenster als durchaus realistisch erscheinen zu lassen. Immerhin haben sich der PKV-Verband und die BÄK im Dezember 2014 bereits über 80 % des Umsatzes der „Neuen GOÄ“ abgestimmt. Dabei konnte sowohl Einigung über den  Beschreibungskatalog der sogenannten TOP 400 Gebührenpositionen (Pareto-Leistungen, ergänzt um Kapitel B und M) erzielt als auch der zugehörige Bewertungsrahmen vereinbart werden.

Überwiegend konstruktive Prozesse

Auf Basis dieses gemeinsamen Vorschlags von PKV-Verband und BÄK hat der Bundesminister für Gesundheit jetzt seit Anfang April das eigentliche Verordnungsverfahren aufgenommen. Innerhalb eines Jahres soll darin mit allen Beteiligten die Beratung aller Leistungen einschließlich des Paragraphenteils zum Gebührenverzeichnis fortgeführt und ein Gutachten zur resultierenden Honorarentwicklung erstellt werden. Bleibt es auf allen Seiten bei der derzeit konstruktiven Einstellung zur GOÄ-Reform, könnte der anvisierte Inkraftsetzungstermin also wirklich eingehalten werden.

Dafür spricht auch, dass der GOÄ-Entwicklungsprozess mit der Inkraftsetzung diesmal anders als bei früheren Reformen nicht zum Stillstand kommen soll. So wird es eine gemeinsame Kommission geben, die mit Hilfe eines kontinuierlichen Honorarmonitorings Fehlentwicklungen korrigieren und den medizinischen Fortschritt in der GOÄ abbilden kann. Auch die ausufernde Rechtsunsicherheit, die jeder Arzt in vielen Abrechnungsfragen heute durch die Starrheit der alten GOÄ erleben muss, soll so ein Ende haben. Insofern ist der Ergebnisdruck zum Startermin natürlich niedriger, als wenn keine Nachregelung mehr möglich wäre.

Bestens vorbereitet mit der PVS

Und was heißt das nun für Sie und Ihre Praxis? Für dieses Jahr dürfte wohl „Abwarten“ die beste Devise sein, weil wir Ihnen den Rücken freihalten. Die PVS ist als die von allen am Novellierungsprozess Beteiligten anerkannte GOÄ-Kompetenz selbstverständlich in die laufenden Gespräche einbezogen. Und dass wir hier unseren Einfluss, unser Wissen und unsere Ressourcen für ein bestmögliches Ergebnis investieren, versteht sich sicher von selbst.

Natürlich nutzen wir unsere Nähe zum Geschehen auch, um uns möglichst frühzeitig für Sie vorzubereiten. Das meint weniger die vergleichsweise einfache technische Umstellung der Abrechnungsprozesse auf eine neue Honorarstruktur als vielmehr das umfassende inhaltliche Verständnis der neuen GOÄ. Mit diesem Wissensvorsprung können Sie und Ihre Praxis sich schon jetzt auf ein problemloses Upgrade zur „Neuen GOÄ“ am Tag X verlassen.

02.10.2012 · Meinung: GOÄ-Novellierung – Fertig konzipiert, systematisch blockiert?

GOÄ-Novellierung – von der Bundesärztekammer fertig konzipiert, von den privaten Krankenversicherungen blockiert

von Peter Gabriel, Geschäftsführer PVS Südwest

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Ärzteschaft und die privaten Krankenversicherungen aufgefordert, einen Konsens in den Eckpunkten zur Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte herbeizuführen.

Der nächste Schritt (und sicher auch eine große Hürde) ist dann die Zustimmung der Länder und des Bundes. Diese ist notwendig, da mehr als die Hälfte der Privatversicherten Beamte und pensionierte Beamte sind, die einen Erstattungsanspruch von mindestens 50 % der eingereichten Privatliquidationen haben.

GOÄ und Kostenentwicklung ambulanter privatärztlicher Medizin

Im Moment stehen sich in der Diskussion um die Neuordnung der GOÄ drei Gruppen mit unterschiedlichen Interessen gegenüber:

  • Die Ärzteschaft: Wunsch nach einer Anpassung der Vergütung, da ja seit 1983 bzw. 1996 keine Erhöhung des Punktwertes stattgefunden hat.
  • Die PKV: Durch den Alterungsprozess der Versicherten, deren Morbiditätsgrad und der insgesamt wachsenden Zahl der Privatversicherten steigen die PKV-Ausgaben kontinuierlich jedes Jahr um rund 2-3 %.
  • Bund und Länder: Hier steht die Befürchtung einer Kostenexplosion bei den Ausgaben für Beamte einem baldigen Konsens im Weg.

GOZ-Novelle und deren Auswirkungen auf die GOÄ-Überarbeitung

Der Bundesrat hatte seine Zustimmung zur GOZ-Novelle 2012 von einer Klausel abhängig gemacht, nach der die Bundesregierung berechtigt und verpflichtet ist, die Auswirkungen der Neustrukturierung und -bewertung bis spätestens Mitte 2015 zu prüfen. Dabei wird eine Kostensteigerung von mehr als 6 % aufgrund der neuen GOZ als nicht sachgerecht angesehen. Bei einer Abweichung nach oben ist über eine Anpassung der GOZ zu befinden.

Hier ist somit ein bislang für die GOZ fremdes Budgetierungselement eingeführt worden, was sich aufgrund der präjudizierenden Wirkung für die Novellierung der GOÄ als äußerst problematisch erweisen könnte. Die bereits erwähnten durchschnittlichen Kostensteigerungen von 2-3 % jährlich sprengen diesen gesetzten Rahmen von 6 % auf 3 Jahre gerechnet bereits ohne die Vergütungsanpassungen für die ärztlichen Leistungen.

Vorliegender GOÄ-Gesamtentwurf der BÄK – die „Knackpunkte“ der Diskussion

Die Bundesärztekammer hat gemeinsam mit den ärztlichen Berufsverbänden und medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften einen Gesamtentwurf zur neuen Gebührenordnung für Ärzte entwickelt. Inkludiert in diesem ist auch – und das ist ein Novum in der GOÄ – eine exakte betriebswirtschaftliche Kalkulation der einzelnen Leistungen.

Honorarvolumen
BÄK: Moderate Zuwachsraten (+ 5 %/Jahr), wobei die Ausgaben für ambulante Arztleistungen und die jeweiligen Ausgaben je Versicherten die Bezugsgröße sind.
PKV: Deckelung in Höhe von insgesamt 1 %/Jahr – bei Bedarf einen Risikoabschlag, da sie hohe Preissteigerungen erwartet.

Kalkulationsmodell
Das von der BÄK entwickelte Kalkulationsmodell ist konsensfähig, allerdings wird die Höhe des kalkulatorischen Arztlohnes zu Diskussionen führen.

Gebührenrahmen
BÄK: Robuster Einfachsatz als Untergrenze, Gebührenrahmen zwischen 1-fach und 2-fach, Regelsatz / Mittelwert von 1,1-fach.
PKV: Der Mittelwert liegt unter dem robusten Einfachsatz. In diesem Punkt hilft sicher nur eine Simulation in Form einer Hochrechnung beider Varianten weiter.

Strukturverträge / Öffnungsklausel
PKV: Komplette Abdingbarkeit der GOÄ durch die Einrichtung einer Öffnungsklausel, die eine individuelle Vertragsschließung mit Ärzten und Versicherten ermöglicht.
BÄK: Strikte Ablehnung einer solchen Öffnungsklausel aufgrund der Befürchtung, dass bei solchen Individualverträgen der robuste Einfachsatz der GOÄ unterschritten wird.

Analogbewertung
PKV: Erhalt der Analogbewertung unter der Voraussetzung, dass sich der Arzt den von ihm gewünschten Analogansatz von einem Bewertungsausschuss/-institut genehmigen lässt.
BÄK: Strikte Ablehnung eines solchen Erlaubnisvorbehalts für die Analogabrechnung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Honorarminderung im stationären Bereich
PKV:
Möchte nur den kalkulierten Arztanteil der Einzelleistung bezahlen. Der technische und personelle Kostenanteil würde in der DRG aufgehen.
BÄK: Für eine pauschale Honorarminderung, da DRGs und die technischen und personellen Kostenanteile nicht miteinander kompatibel sind.

Laborkapitel
BÄK:
Erarbeitung einer kompletten Neubeschreibung und betriebswirtschaftlichen Kalkulation des Laborkapitels.
PKV: Keine Kostenübernahme von Laborleistungen aus Laborgemeinschaften (MII)

Zeitleistungen
PKV:
Fordert zur Vorbeugung von Mengenausweitungen die Einführung einer Zeittaktung bestimmter Leistungen als unabdingbare Voraussetzung für die Akzeptanz des Kalkulationsansatzes der BÄK.
BÄK: Bei allgemeinen Beratungsleistungen wäre eine Differenzierung nach Zeitdauer möglich – Faktorensteigerungen aufgrund von Schwierigkeiten und Umständen sollen erhalten bleiben.

Wie geht es nun weiter?

In den auf Aufforderung des BMG eingerichteten gemeinsamen Arbeitsgruppen streben die BÄK und PKV an, in einer Rahmenvereinbarung Eckpunkte zu zwei Themenblöcken festzulegen:

1. Themenblock: Gebührenverzeichnis

  • Wichtigste Eckpunkte: kalkulatorischer Unternehmerlohn, Arzt-Zeit-Bedarf.
  • Beratungen wegen Pareto-Ansatz: Frequenzstatistiken von BÄK und PKV über die rund 200-250 umsatzträchtigsten Leistungen, eventuell ergänzt um fehlende fachspezifische Kernleistungen.
  • Einigung über Abrechnungsbestimmungen: Daraus ergibt sich dann eine grobe Folgenabschätzung auf Basis der GOÄ-Kapitel und der Durchschnittswerte der Gebührenziffern.

2. Themenblock: Paragraphenteil der GOÄ und Systempflege durch einen Bewertungsausschuss

  • Das BMG und die Länder setzen sich nicht mehr aktiv für die Öffnungsklausel ein.
  • Die BÄK wünscht die Gründung eines privatärztlichen Bewertungsausschuss (auch zusammen mit der PKV) im Sinne der Selbstverwaltung.

Begrüßenswert wäre die möglichst baldige Präsentation einer von Ärzteschaft und Verband der PKV gemeinsam getragenen Version der GOÄ-Neufassung. Leider ist aber der Eindruck entstanden, dass die PKV durch Bestehen auf bekannten alten Forderungen (siehe oben) eine Blockadehaltung einnimmt.

Wann ist mit der einführung der GOÄ-Novelle zu rechnen?

Eine baldige Einigung zwischen Ärzteschaft und PKV auf ein Grundlagenpapier für das BMG scheint nicht so schnell in Sicht. Eine weitere Verzögerung ist im folgenden parla- mentarischen Prozess vor allem auf der Ebene des Bundesrates zu erwarten.

Fazit: Mit dem Inkrafttreten der GOÄ-Novelle ist in der aktuellen Legislaturperiode nicht mehr zu rechnen.

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Individuelle Gesundheitsleistungen

Das Trommelfeuer gegen IGeL seitens Politik und Kassen hält an. Und provoziert bei immer mehr Ärzten die Frage, ob sie sich ein solches Angebot überhaupt noch leisten können. 
(zuletzt aktualisiert: 10.10.2012)

10.10.2012 · Meinung: Vertrauensfrage – passt IGeL noch in die heutige Praxis?

von Peter Gabriel, Geschäftsführer PVS Südwest

Das Trommelfeuer gegen IGeL seitens Politik und Kassen provoziert bei immer mehr Ärzten die Frage, ob sie sich ein solches Angebot überhaupt noch leisten können. Wer will schon in den Verdacht der Beutelschneiderei geraten und damit das Vertrauen in die gesamte Leistungserbringung untergraben?

Tatsächlich wird umgekehrt ein Schuh daraus. Nicht Ärzte sondern Politik und Kassen untergraben durch ihre Misstrauenskampagnen das Arzt-Patient-Verhältnis. Und zwar mit System: Denn nur entmündigte Ärzte und Patienten stellen keine unbequemen Fragen zum Unterschied zwischen dem medizinisch Notwendigen und Möglichen.

Bei IGeL jetzt einzuknicken ist daher vor allem eine Kapitulation vor dem Leistungsdiktat von Politik und Kassen. Medizinischer Fortschritt? Vielleicht darf da die Lobby der Apparate- und pharmazeutischen Industrie noch mitreden – aber alle anderen halten gefälligst den Mund.

IGeL ist nicht Verhinderer, sondern Förderer von Vertrauen – wenn es auf Augenhöhe, als eigenverantwortliche Absprache zwischen Ärzten und Patienten praktiziert wird. Mit den „zehn IGeL-Geboten“ des 109. Deutschen Ärztetages gibt es dazu eine klare Richtschnur. Und mit den IGeL Hilfen der PVS Südwest eine kleine, aber zur Vertrauensbildung eminent wichtige Organisationsunterstützung.