Login
Login
Privatärztliche Abrechnung – PVS Südwest
Startseite > PVS > Aktuelle Berufspolitik

Aktuelle Berufspolitik


Als ärztliche Gemeinschaftseinrichtung und Verein von Ärzten für Ärzte werfen wir einen kritischen Blick auf die Entwicklungen im Gesundheitswesen. Hier finden Sie wichtige Hintergrundinformationen, pointierte Meinungen und Aufklärungs- bzw. Argumentationshilfen zu den aktuellen privatärztlich-berufspolitischen Themen.

Im Fokus: Quo vadis Privatmedizin?

Von der Bürgerversicherung bis zur GOÄ 2.0: Zur Zukunft der Privatmedizin waren selten so viele Bälle gleichzeitig in der Luft wie heute. Und jetzt wird es wohl auch neue Regierungsbeteiligte geben. Müssen wir uns Sorgen machen?

PVS-Grafik zur offenen Zukunft der Privatmedizin

Unser Kommentar blickt auf die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion speziell aus der privatärztlichen Sicht – und findet in dem mehr oder weniger rationalen Pro und Contra durchaus auch Chancen zur positiven Gestaltung der privatärztlichen Zukunft.

PVS Kommentar

Peter Gabriel zur Zukunft der Privatmedizin

Hier lesen

Bürgerversicherung

Die Privatärztlichen VerrechnungsStellen sprechen sich deutlich für das Zwei-Säulen-Modell aus Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung aus. 
(zuletzt aktualisiert: 22.05.2017)

19.05.2017 · Studie: Experiment Bürgerversicherung – Bedrohung der medizinischen Infrastruktur

Titel PVS-Studie 2017 "Experiment Bürgerversicherung"

Was steht für die ambulant tätigen Ärzte und ihre Patienten auf dem Spiel?

Mit einem jährlichen Einnahmeverlust von im Schnitt 49.000 Euro jährlich muss jeder niedergelassene Arzt rechnen, wenn eine Bürgerversicherung eingeführt würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des PVS-Verbandes, die Sie direkt von uns beziehen können.

Die Studie nimmt die in allen Modellen einer Bürgerversicherung vorausgesetzte einheitliche Honorarordnung auf EBM-Basis beim Wort und berechnet die Konsequenzen für die Arzthonorare im ambulanten Bereich. Grundlage bildet dabei die wissenschaftliche Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes, des Wissenschaftlichen Instituts der PKV und der ärztlichen Standesorganisationen.

Danach brechen den ambulant niedergelassenen Ärzten Honorare in Höhe von rund 6 Milliarden Euro im Jahr weg, pro Arzt sind das rund 49.000 Euro, falls die Bürgerversicherung an die Stelle des dualen Systems aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung tritt. Besonders hart treffen würde es die Fachärzte. Bei den HNO-Ärzten machen die Umsätze aus privatärztlicher Tätigkeit gut ein Drittel der Gesamteinnahmen aus. Ihnen droht ein jährlicher Verlust von etwa 77.000 Euro. Bei den Orthopäden geht es um 139.000 Euro, bei den Kinderärzten um knapp 31.000 Euro pro Jahr.

Die Studie erläutert systematisch das Zustandekommen dieser Zahlen und detailliert sie auf insgesamt 40 Seiten zu einem umfassenden Gesamtbild. Nicht zuletzt gehört dazu auch eine Auseinandersetzung mit den Einwänden, die von Seiten der Befürworter einer Bürgerversicherung hier vorgebracht werden.

Gerne stellen wir Ihnen die Studie kostenfrei zur Verfügung. Bitte wählen Sie:

10.06.2013 · Meinung: Vorsicht Bürgerversicherung! Gut ist nur der Name.

Die Position des PKV-Verbandes

Unter dem Motto "Vorsicht Bürgerversicherung!" bezieht der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) klare Position gegen die Einführung einer Einheitskrankenversicherung. In einer zusammenfassenden Argumentation äußert sich der PKV-Verband wie folgt:

"Gegen die Einführung einer Bürgerversicherung gibt es gute Gründe. Denn die Bürgerversicherung schadet als Einheitssystem der medizinisch erstklassigen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger. In mehrfacher Hinsicht würde die Bürgerversicherung die Mittelschicht besonders hart treffen: Neben der drohenden Absenkung von Gesundheitsleistungen sehen die Bürgerversicherungskonzepte zusätzliche Belastungen für jene Beitragszahler vor, die bereits heute die Hauptlast der Sozial- und Steuerabgaben tragen. Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, drohende Mieterhöhungen sowie Sozialabgaben auf Sparzinsen und Kapitalerträge von Rentnern und Kleinsparer sprechen eine deutliche Sprache."

Die Positionspapiere mit der ausführlichen Argumentation des PKV-Verbandes bieten wir Ihnen hier zum Download an:

22.03.2013 · Meinung: Bürgerversicherung – Regulierungswut ohne Grenzen

Bürgerversicherung und ambulante Versorgung

von Dr. Thomas Drabinski, Institut für Mikrodaten-Analyse (IfMDA), Kiel

Häufig wird von niedergelassenen Ärzten die Frage gestellt, was sich durch die Einführung einer Bürgerversicherung ändern wird. Bürgerversicherung bedeutet im Kern, dass die PKV (kurz-, mittel- bzw. langfristig) aufgelöst wird. Verbunden ist dieser Prozess mit strengen staatlichen Regulierungen der Gesundheitsversorgung (z.B. Umsetzung vorgegebener staatlicher Qualitätsstandards, umfassende elektrische Dokumentation).

Weitere Vereinheitlichungen treffen vor allem die Finanzierung des Versicherungsschutzes von GKV und PKV, wo die Finanzierungs- und Geldverteilungssysteme gleichgeschaltet werden (Gesundheitsfonds, Morbi-RSA).

Die Betonung der Bürgerversicherung liegt immer auf dem Begriff „einheitlich“. Einheitlich bedeutet eine Einheit: Auf der Finanzierungsseite ist damit die sogenannte Einheitskasse gemeint, auf der Versorgungsseite die Einheits- oder Staatsmedizin, bei der die Gesundheitspolitik Mengen, Preise, Infrastruktur und Prozesse definiert und kontrolliert.

Gesundheitsfonds und BVA-Versichertenklassifikationsmodell (Morbi-RSA) führen in der Bürgerversicherung letztendlich in die Einheitskasse, wodurch das gesellschaftliche Ziel verfehlt wird, eine langfristig nachhaltige Finanzierungsbasis zu schaffen. Denn die Finanzierung bleibt dann weiter konjunkturanfällig, da die Bürgerversicherung nicht im Lebenszyklus von Versicherten und Patienten gedacht ist, sondern auf eine Erhöhung der Einkommensumverteilung und auf eine Ausweitung der Steuersubventionen setzt. Nachwachsende, junge Generationen sind die Leidtragenden.

Versorgungsseitig sieht die Bürgerversicherung vor, alle Bürger und Patienten durch Anwendung paternalistischer Gleichheitspostulate und -prinzipen weiter unmündig zu halten. Preissignale finden sich nicht: Das Gesundheitssystem bleibt für Patienten und Versicherte intransparent. Vor allem wird eine Äquivalenz zwischen Leistungen, Kosten und Finanzierung weiter unterdrückt. Eine noch stärker zentralisierte politische Planung der ambulanten Versorgung zerstört zudem die heutige ambulante Versorgungsstruktur und überführt niedergelassene Ärzte in ein staatlich administriertes Managed Care-System, das kostenträgerseitig gesteuert wird.

Im Ergebnis ist eine Bürgerversicherung nicht mehr und nicht weniger als ein neues Einkommensumverteilungsprogramm, das den Faktor Arbeit unnötig verteuert, sich zum Nachteil der jungen Generationen auswirkt und nur eine Antwort auf den Rationierungs- und Priorisierungsdruck im Gesundheitssystem gibt: Medizinische Versorgung muss immer stärker zu sinkenden Preisen angeboten werden oder immer mehr Patienten müssen zur selben Honorierung behandelt werden. Insgesamt ist eine Bürgerversicherung wohlstandssenkend und ruft mit Einheitskasse und Staatsmedizin einen strikten Verdrängungsprozess in der freiberuflichen, niedergelassenen ärztlichen Tätigkeit hervor.

GOÄ-Novellierung

Als anerkannte GOÄ-Kompetenz ist die PVS selbstverständlich in die laufenden Gespräche zur "Neuen GOÄ" direkt mit einbezogen. Wir informieren zum Stand der Dinge – insbesondere aus Sicht der privatärztlichen Abrechnung. 
(zuletzt aktualisiert: 24.03.2016)

24.03.2016 · Info: GOÄ-Novelle – wohin geht die Reise?

PVS begleitet Novellierung auch in Zukunft 

Der erste Anlauf der GOÄ-Novelle ist gescheitert. Unmittelbar vor dem Termin der geplanten Übergabe an das Bundesgesundheitsministerium hat das Präsidium der Bundesärztekammer den Entwurf für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) am 17. März einstimmig abgelehnt. Vorgesehen war, noch vor Ostern den Entwurf dem Bundesministerium für Gesundheit zuzuleiten, damit die neue Gebührenordnung am 1. Oktober 2016 in Kraft treten könnte.

In der kurzfristig anberaumten Präsidiumssitzung wurde dann aber deutlich, dass insbesondere in Bezug auf das Leistungsverzeichnis weiterer Diskussionsbedarf besteht. Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und des Marburger Bundes, erläuterte das Vorgehen, indem er darauf verwies, dass alle Präsidiumsmitglieder in den ihnen anvertrauten Kapiteln Nachbesserungsbedarf in der Vergütung gesehen haben. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Beteiligten positionieren werden. Nur eines scheint jetzt sicher: Das Bundesgesundheitsministerium wird keinem Entwurf Leben einhauchen, der nicht wirklich zwischen Ärzte- und Kostenträgerseite konsentiert ist.

Insofern stimmt es hoffnungsfroh, dass der PKV Verband bereits seine Bereitschaft bekundet hat, in neue Verhandlungen einzutreten. Auch die Bundesärztekammer, so der Präsident Prof. Dr. Montgomery, sieht das Projekt, die GOÄ zu novellieren, nicht vollends als gescheitert an. Aus seiner Sicht stünden jetzt ganz normale "Tarifverhandlungen" an, in denen versucht werde, gegenüber dem bisherigen Vergütungsvorschlag weitere Verbesserungen bei den Leistungen und Preisen zu erreichen. Montgomery rechnet dabei offensichtlich mit einer längeren Verhandlungsdauer, "weil eine Verabschiedung in dieser Legislaturperiode ohnehin immer unwahrscheinlicher wird."

In letzter Minute ist es der Bundesärztekammer damit gelungen, einen Gebührenordnungsentwurf abzuwehren, der offensichtlich schwere handwerkliche Mängel aufwies. Für die neuen Verhandlungen hat die Kammer nun Transparenz und mehr Einbindung der Fachgesellschaften und Berufsverbände in die mit der Novellierung noch notwendigen Aufgaben zugesagt. Damit ist aus Sicht der PVS die entscheidende Voraussetzung geschaffen, dass letztlich eine für beide Seiten – Leistungserbringer und Kostenträger - zukunftsorientierte Gebührenordnung entstehen kann. Die PVS wird diesen Prozess auch in Zukunft eng begleiten und im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines Auftrages unterstützen.

16.03.2016 · Meinung: GOÄ-Novelle – sofort oder doch eher später?

Der Versuch einer Risikoabwägung

von Peter Gabriel, PVS Südwest

Im Hin und Her rund um die GOÄ-Novellierung spitzt sich die Diskussion inzwischen auf eine taktische Frage zu: Augen zu und jetzt durch? Oder sich nicht dem Zeitdruck beugen und erst einmal die Hausaufgaben fertig machen?

Das größte Problem, um auf diese Frage eine Antwort zu finden, liegt auf der Hand: Was ist eigentlich drin in der Wundertüte „GOÄ-Novellierung“? Alle, die davon auch nur ansatzweise eine Ahnung haben, dürfen bisher nichts sagen. Erst wenn das Werk komplett ausgehandelt ist, kommt es als Ganzes auf den Tisch. Und dann ist es auch schon entschieden: Die Möglichkeit, noch abzulehnen, ist gar nicht erst vorgesehen.

Man kann eigentlich nur den Kopf schütteln über das Misstrauen, das in einer solchen Handstreichstrategie gegenüber der Vernunft des ärztlichen Berufsstands steckt. Die Ärzteschaft ist doch nicht unfähig zu klaren und, wenn's sein muss, schnellen Mehrheitspositionen, nur weil sie eine lebendige Diskussionskultur hat!

Die an den Verhandlungen Beteiligten sollten deshalb verstehen, dass der Verdacht, die Wundertüte sei vergif- tet, umso größer wird, je länger auf den Ergebnissen der Deckel gehalten wird. Und dass die Zahl der Stimmen zunimmt, die eher gar keine Novellierung wollen, als die Katze im Sack zu kaufen.

Dazu kommt, dass die Katze im Sack ja nicht einfach aus zwei bis drei schnell zusammenrechenbaren Zahlen besteht. Bei der Ermittlung der Summe unterm Strich liegt die PKV aber klar im Vorteil, solange man nur im internsten Kreis rechnen und sich keine Zeit für eine gründliche Analyse nehmen darf. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Damit sind wir aber auch schon bei der anderen Seite der Medaille. Denn so sehr Transparenz und gründliche Analyse als alternativlos erscheinen, so alternativlos scheint bisher der Zieltermin zu sein. Was im Herbst 2016 nicht fertig ist, wird nie fertig, lautete zumindest bis vor kurzem der meistgebrauchte Wink mit dem Zaunpfahl.

Lassen Sie uns an dieser Stelle vielleicht doch noch einmal kurz innehalten. Ist es wirklich so sicher, dass das BMG nach der Bundestagswahl kein Interesse an einer GOÄ-Novellierung mehr hat? Werden sich PKV und Länder vom Verhandlungstisch zurückziehen, nur weil die Ärzteschaft die Summe unterm Strich jetzt auch genau kennt? Meine Position dazu: Wenn der heimliche Durchmarsch so weiter geht wie bisher, wird es im Herbst keine Ärzteschaft mehr geben, die der vorgelegten Novelle eine Zukunft gibt.

Individuelle Gesundheitsleistungen

Das Trommelfeuer gegen IGeL seitens Politik und Kassen hält an. Und provoziert bei immer mehr Ärzten die Frage, ob sie sich ein solches Angebot überhaupt noch leisten können. 
(zuletzt aktualisiert: 10.10.2012)

10.10.2012 · Meinung: Vertrauensfrage – passt IGeL noch in die heutige Praxis?

von Peter Gabriel, Geschäftsführer PVS Südwest

Das Trommelfeuer gegen IGeL seitens Politik und Kassen provoziert bei immer mehr Ärzten die Frage, ob sie sich ein solches Angebot überhaupt noch leisten können. Wer will schon in den Verdacht der Beutelschneiderei geraten und damit das Vertrauen in die gesamte Leistungserbringung untergraben?

Tatsächlich wird umgekehrt ein Schuh daraus. Nicht Ärzte sondern Politik und Kassen untergraben durch ihre Misstrauenskampagnen das Arzt-Patient-Verhältnis. Und zwar mit System: Denn nur entmündigte Ärzte und Patienten stellen keine unbequemen Fragen zum Unterschied zwischen dem medizinisch Notwendigen und Möglichen.

Bei IGeL jetzt einzuknicken ist daher vor allem eine Kapitulation vor dem Leistungsdiktat von Politik und Kassen. Medizinischer Fortschritt? Vielleicht darf da die Lobby der Apparate- und pharmazeutischen Industrie noch mitreden – aber alle anderen halten gefälligst den Mund.

IGeL ist nicht Verhinderer, sondern Förderer von Vertrauen – wenn es auf Augenhöhe, als eigenverantwortliche Absprache zwischen Ärzten und Patienten praktiziert wird. Mit den „zehn IGeL-Geboten“ des 109. Deutschen Ärztetages gibt es dazu eine klare Richtschnur. Und mit den IGeL Hilfen der PVS Südwest eine kleine, aber zur Vertrauensbildung eminent wichtige Organisationsunterstützung.

Ihre PVS Ansprechpartner

Hier finden Sie eine Übersicht aller Ansprechpartner

Für Mitgliederärzte

Phone Icon

0621 / 164 200
0721 / 95233 0

Für Interessenten

Icon Phone

0621 / 164 299

Für Patienten

Icon Phone

0621 / 164 164