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Berufspolitik für die privatärztliche Abrechnung – PVS Südwest
21.02.2018

Hinweis zur GOÄ-Anwendung: Beratungsleistungen

Beratungsleistungen sind die am häufigsten eingesetzten Bestandteile eines Behandlungsfalles. Umso wichtiger ist es, über ihre GOÄ-konforme Anwendung bei der Abrechnung genau Bescheid zu wissen.
GOÄ-Abrechnug Beratungsleistung

 

Wesentlich für die Abrechnungslogik von Beratungsleistungen ist zunächst die Definition des Behandlungsfalles. Laut GOÄ Abschnitt B ist dieser gekennzeichnet durch 1. dieselbe Erkrankung und 2. einen Zeitraum von einem Monat. Daraus folgt: Eine Neuerkrankung oder eine deutliche Befundverschlechterung definiert ebenso einen neuen Behandlungsfall wie die länger als einen Monat dauernde Behandlung derselben Erkrankung.

Regeln für die Abrechnung

Vor diesem Hintergrund gilt, dass Beratungsleistungen generell nur als einzige Leistung oder nur einmal je Behandlungsfall abgerechnet werden können – unabhängig davon, wie viele Sitzungen und Kontakte dazu zwischen Arzt und Patient stattgefunden haben. Das Gebührenverzeichnis bietet dann im Wesentlichen folgende Ziffern an:

  • Die GOÄ Nr. 1 für die „normale“ Beratung
  • Die GOÄ Nr. 3 für die „eingehende“ Beratung (Zehn Minuten oder mehr)
  • Innerhalb der GOÄ Nummern 21 – 34 weitere Beratungen und Erörterungen im Rahmen bestimmter Behandlungsfälle

Die Wahl der „richtigen“ Ziffer unterliegt dabei den Einschränkungsbestimmungen der GOÄ. So können neben der GOÄ Nr. 3 nur Leistungen nach den GOÄ Nrn. 5, 6, 7, 8, 800 bzw. 801 abgerechnet werden. Demgegenüber ist die GOÄ Nr. 1 neben allen Leistungen der Abschnitte C bis O abrechenbar mit Ausnahme der Ziffern 376 - 378, 435, 448, 449, 804, 806 - 808, 812, 817, 835, 849, 861 - 864, 870 - 871, 886, 887.

Hinweise zur richtigen Anwendung

Die zwingende Berücksichtigung dieser Ausschlussregeln ist allerdings nicht das letzte Wort, um ärztliche Beratungsleistungen zumindest halbwegs aufwandsgerecht in einer GOÄ-konformen Abrechnung abzubil- den. Im Folgenden sind dazu einige der wichtigsten Hinweise aufgeführt:

  • Lässt sich die GOÄ Nr. 3 nicht anwenden, obwohl eine „eingehende“ Beratung durchgeführt wurde, so kann die GOÄ Nr. 1 mit einem höheren Steigerungsfaktor (max. 3,5) mit Angabe der Zeitdauer berechnet werden. Wir empfehlen, eine Staffelung vorzunehmen. Beispiel: 10 Minuten = 3,0-fach, 15 Minuten = 3,2-fach, mehr als 15 Minuten = 3,5-fach.
  • Auch bei der Abrechnung der GOÄ Nr. 3 empfehlen wir, eine Staffelung des Steigerungssatzes vorzunehmen. Beispiele: 15 Minuten = 2,8, 20 Minuten = 3,2, mehr als 30 Minuten = 3,5.
  • Eine Beratung kann, wenn erforderlich, mehrmals am Tag abgerechnet werden. Hierfür ist die Uhrzeitangabe erforderlich. Denken Sie an die telefonische Laborbefundbesprechung.
  • Wird auf Wunsch des Patienten die Beratung außerhalb der Sprechstunde erbracht, denken Sie bitte an die Zuschläge A bis D. Mit einem entsprechenden Hinweis kann der Zuschlag auch dann erhoben werden, wenn die GOÄ Nr. 1 nicht berechnungsfähig ist.
  • Werden in einer Sitzung (Arzt-Patienten-Kontakt) mehrere Beratungen notwendig (vor und nach einer Untersuchung oder kurative Beratung neben Prävention), ist der Steigerungssatz begründet.
  • Prüfen Sie, ob nicht möglicherweise die GOÄ Nr. 34 oder GOÄ Nr. 849 anstelle einer allgemeinen Beratungsleistung in Frage kommen kann.
  • In besonderen Fällen ist es auch möglich, eine abweichende Vereinbarung in Form einer Abdingung (vgl. §2 GOÄ) abzuschließen.

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